Endlich mal wieder! – Verrückte Ausschweifungen

Vor ein paar Wochen habe ich im Beitrag „Genießen ja. Aber wie?“ auf eine Studie zum Genussverhalten der Deutschen verwiesen. Ein Ergebnis davon war, dass sich über 66% der Befragten nach Genusserlebnissen sehnen, in denen sie endlich mal wieder was Verrücktes tun, etwas Sinnliches, Provokantes oder leicht Verbotenes. 

Gleiches höre ich auch in Coachings oder bei meinen Vorträgen rund um das Thema Lebenslust immer wieder. Warum tun es so Viele dann nicht einfach? Die Gründe dafür sind zumeist:

  • Fehlende Spontanität
  • Scham oder Angst vor den Folgen 
  • Keine Ideen
Das ist sehr schade, denn kleine verrückte Ausschweifungen machen nicht nur Spaß und bringen Abwechslung in den Alltag, sondern man kann auch im nach hinein noch herrlich von ihnen zehren. Es sind nämlich nicht nur einmalige Erlebnisse, die Sie damit haben, sondern Sie schaffen sich auch einmalige Erinnerungen. Die liefern noch lange Freude und Kraft und zudem manch unterhaltsamen Gesprächsstoff. Selbstverständlich nur dann, wenn Sie Ihre Verrücktheiten auch mit jemandem teilen wollen. ;-)
 

Fehlende Spontanität

Der Klassiker: Küsse. Kuscheln. Kribbeln. Und als sie ihm dann langsam das Hemd aufknöpft, schreit er: „Stopp. Ich muss erst duschen.“ – Na Herrschaftszeiten. Da ist der Erotikofen selbstverständlich gleich wieder aus. Das passiert geschlechtsspezifisch andersrum natürlich genauso oft und „Ofen aus“ wegen fehlender Spontanität gibt es nicht nur in der Erotik.

„Hast Du Lust, heute Abend mit ins Konzert zu kommen?“ – „Nein, ich habe schon fürs Kochen eingekauft.“ Oder: „Wollen wir noch einen Absacker in der Bar nehmen?“ – „Nein, ich hab in der Früh einen Termin und muss fit sein.“ – Kennen Sie das? Wollen Sie das ändern?

Wenn ja, hilft nur ein sofortiges Nicken gefolgt von sofortigen Taten. Schließlich geht es hier um Spontanität! Überlegen Sie, worauf Lust hätten und gegebenenfalls mit wem Sie das gern machen möchten und ran (ans sofortige Umsetzen oder zumindest an den Telefonhörer, um es auszumachen und zeitnah auf die Beine zu stellen.)

Das gleiche gilt, wenn Sie reizvolle, unvermittelte Angebote bekommen: Annehmen! Mal raus aus der Bequemlichkeits- oder Vernunftsfalle. 

Wenn Sie wirklich wollen, finden Sie Zeit, einen Babysitter oder was immer Sie brauchen, um Ihre kleinen Verrücktheiten verwirklichen zu können. Das eingekaufte Essen können Sie einfrieren oder den Nachbarn schenken. Und wenn Sie mal nicht topfit und wie aus dem Ei gepellt im Meeting sitzen. So what. Dann sagen Sie halt, Sie seien versumpft und gucken dann zumeist in verständnisvolle, vielleicht sogar ein bisschen neidische Gesichter.

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“, sagt ein gutes altes Sprichwort. Genauso ist es! 

 

Scham oder Angst vor den Folgen

Was werden wohl die anderen denken oder sagen? – Diese Denke ist eine der größten Lebenslust-bremsen in unserem Leben. Aber wie schade ist das denn wieder? Klar kann es passieren, dass Sie jemand auslacht, wenn Sie aus Spaß an der Freude durchs Herbstlaub rasen und rascheln.

Und ja, vielleicht werden Sie sich schämen, wenn Sie Ihren Kollegen auf der frivolen Party treffen. Doch wenn Sie nicht gerade Politiker, Vorstandsvorsitzender oder Pastor sind, sollten Sie aufhören, sich darum zu scheren. Denn so schlimm, wie wir denken, sind die Folgen meist nicht. Meistens hat es nämlich gar keine Folgen. Und sollte der Kollege doch rumtönen, zucken Sie mit den Schultern und sagen: „Na und, ich hab eben Spaß im Leben.“ Oder Sie toben sich dort aus, wo Sie keiner kennt. Auf jeden Fall sollten Sie sich Ihre kleinen Verrücktheiten nicht unterdrücken oder nehmen lassen. Sie haben nämlich nur ein Leben! 

 

Fehlende Ideen

Am allermeisten stoße ich jedoch bei der Frage: „Von welchen Verrücktheiten träumen Sie denn?“ auf ebenso fragende Gesichter. Und ich sag es Ihnen gleich, Sie werden ums Selberdenken nicht drumrum kommen. Denn ich werde einen Teufel tun und all meine Hundertmillionen Ideen hier veröffentlichen :-).

Und selbst wenn ich es täte, würde ich womöglich dennoch Ihren Geschmack nicht treffen. Vielleicht finden Sie meine Ideen ja langweilig und gar nicht verrückt. Oder sie machen Sie nicht an. Oder Sie trauen sich doch nicht.

Daher liefere ich Ihnen zwar ein paar Inspirationen, möchte Sie aber einladen selbst weiterzuspinnen. Machen Sie das doch beim gemütlichen Zusammensein mit netten Leuten. Schließlich fiel uns schon früher, als wir noch Kinder waren, gemeinsam nicht nur mehr, sondern auch Dolleres ein. Ach ja: Ein bisschen albern oder kindisch müssen Sie zumeist werden, wenn es um Verrücktheiten geht.  

 

Inspirationen zur Anregung 

  • Im strömenden Regen ohne Schirm spazieren gehen und wenn es warm ist mit nackten Füßen in den Pfützen rumhüpfen. 
  • Im Herbst kann man dann ganz wunderbar mit Stiefeln durchs gefallene Laub rascheln und im Winter ist eine Schneeballschlacht ein herrlicher Spaß.
  • Mitten in der Nacht im See oder Weiher schwimmen gehen, anschließend Sterne gucken und Figuren hinein fantasieren. 
  • Spielen Sie doch mal wieder. Also real und mit anderen, nicht vorm Computer! So lustiges Zeug wie „Wer bin ich?“ bieten sich an. Oder machen Sie doch eine Schnitzeljagd im Park. 
  • Haben Sie schon mal Absinth probiert? Und wenn ja, haben Sie es auch gescheit zelebriert? – Kleiden Sie sich der grünen Fee angemessen. Legen Sie 20er Jahre Musik auf und paffen Sie dazu eine Zigarette mit langer Spitze. Ob allein oder mit Gleichgesinnten – ein mondänes Vergnügen. Vielleicht legen Sie ja noch einen (wenn vielleicht auch nicht perfekten) Charleston aufs Parkett?
  • Die frivole Party hab ich schon erwähnt. In München gibt es immer zum Karneval den Schabernackt Ball. Sicher gibt es auch in Ihrer Nähe ähnliche Feste. 
  • Und vielleicht suchen Sie ja nicht nach frivol, sondern haben Lust auf Festivitäten anderer Art oder in einem bestimmten Stil. Ich mag beispielsweise den Münchner Kocherlball gern. Oder wollten Sie schon immer mal ein üppiges Gelage wie im alten Rom abhalten? – Es gibt unglaubliche viele Angebote in unserer heutigen Zeit. Sie müssen nur wissen, was Sie wollen. Selbstorganisieren ist zudem auch eine Möglichkeit.  
  • Kullern Sie doch mal wieder einen Wiesenhang runter oder noch besser: Zorben Sie!
  • Segway fahren ist auch eine witzige Angelegenheit. Ebenso Flying fox, auch Zipline genannt auch, einfach googeln, da gibt es leider keinen Wikipedia-Eintrag zu. 
  • Für manche Frau zählt zu den kleinen Verrücktheiten, einfach mal nach Lust und Laune scheinbar sinnlosen Fummel shoppen zu gehen. Mancher Mann wollte vielleicht längst mal Armbrust schießen oder mit dem Motorrad um irgendeinen Ring düsen. – Hach, wie herrlich doch diese Klischees sind ;-). Aber egal, wenn es Sie anspricht: Tun Sie es!
 
Und was fällt Ihnen ein? Teilen Sie doch mit uns Ihre Ideen. Gemeinsam kommt man auf mehr.
 
Zu Verbotenem äußere ich mich mal lieber nicht, sonst werde ich noch abgeholt oder nicht mehr als Kursleiterin gebucht. Aber Ihnen – zumindest Ihrer Fantasie – sind keine Grenzen gesetzt :-). 

  Kommentare zu “Endlich mal wieder! – Verrückte Ausschweifungen

  1. Tom
    27. Juli 2012 at 01:45

    Und es war schön dabei gewesen zu sein :-)

  2. Nicarina
    30. August 2012 at 17:04

    Haben Sie „schon mal bei blassem Mondlicht mit dem Teufel getanzt?“ (Filmzitat Batman)

    Haben Sie schon mal nachts unter einer Eisenbahnbrücke ganz laut geschrieen, wenn gerade ein über Sie hinweg donnernder Zug jeden Ihrer orgiastischen Laute diskret kaschiert hat? (Sinnzitat aus dem Film „Cabaret“)

    Haben Sie schon mal nach „Haben Sie schon mal“ gegoogelt? Nein? Sollten Sie aber mal. Da kommt man auf Ideen ;-)

    Nicarina

  3. Ribanna
    30. November 2016 at 11:05

    Kürzlich war ich an einem See. Beim Laufen habe ich einfach mal einen tollen Kriegsruf der Dakota losgelassen. Danach rief ich aus voller Kehle: Winetouuuuuuu.
    Das war ein Spaß. Lach.

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