Stimmungsmanagement mit Musik-Playlists

Musik beeinflusst unsere Stimmung. Das merken wir beispielsweise schon, wenn uns beim Krimigucken allein durch den dramatischer werdenden Sound die Haare zu Berge stehen, noch bevor jemand ermordet wurde.

 

Warum also dieses Phänomen nicht für das eigene Stimmungs-management nutzen? Das funktioniert, wenn man die richtigen Playlists für sich gefunden hat. 

Die Idee ist natürlich nicht neu. Schon lange gibt es Platten, CDs & Co zu kaufen, die für wilde Partys, gemütliche Dinnerabende oder beruhigende Massagerituale zugeschnitten sind. Allerdings gefallen mir bei solch vorausgewählten Zusammenstellungen meist nicht alle Titel. Auch habe ich beispielsweise noch keine gefunden, die explizit aufs Verarbeiten von Wut ausgerichtet wäre. 

Verwunderlich ist das jedoch auch wieder nicht. Schließlich spricht in Sachen Musik ja jeden etwas anderes an. Und verschiedene Stücke lösen bei unterschiedlichen Menschen auch unterschiedliche Gefühle oder Stimmungen aus. Ober eben gar nichts. Daher: 

Listen selbst zusammenstellen

Dank dem Stand der Dinge in Sachen Technik und Medien ist das ja kein Problem mehr. Allerdings muss man sich Zeit nehmen und sich damit auseinandersetzen, was man mit einzelnen Kompositionen verbindet sowie nachspüren, welche Wirkungen sie auf uns haben.  

Auf meine ersten eigenen Listen kam ich, als ich Kurse für Autogenes Training und Yoga gegeben habe. Für die Stunden habe ich immer passende Musik zusammengestellt, die ich mir dann auch des öfteren selbst zur Entspannung aufgelegt habe.

Irgendwann kam eine Gute-Laune-Liste hinzu. Dann eine für sinnliche Stunden zu zweit. Und so habe ich zwischenzeitlich eine ganze Reihe solcher Listen, über deren Namen sich schon mancher meiner Beifahrer gewundert oder kaputtgelacht hat, tauchen dann doch im Multimedia-Display meines Autos so Bezeichnungen wie „Musenküsse“ oder „Ich flipp aus“ auf. 

Welche Listen wollen Sie?

Wenn Sie mal angefangen haben, darauf zu achten, wo Ihnen Musik helfen kann und welche Stücke wofür geeignet sein könnten, wird Ihnen das Zusammenstellen der Listen leicht fallen. 

 

Spaß machen tut das Auswählen allemal. Und man kann ja jederzeit Titel ergänzen oder verändern.

Vielleicht geht es Ihnen dann ja wie mir und Sie haben plötzlich immer neue Ideen: Erst eine Anti-Ärger-Playlist. Dann eine für besinnliche Momente oder eine für traurige Stunden. Steht Ihnen der Sinn nach einem fröhlichen Antreiber für Ihr Sportprogramm? So etwas hat sich Gitte Härter fürs Seilspringen kreiert. 

Wünschen Sie sich mehr innere Ruhe? Auch dazu kann Musik verhelfen. Der Designer Lars Hetmanek hat hierfür einen bestimmten Komponisten für sich entdeckt. In seinem Interview sprach er davon, dass ihn die Sonaten von Bach nicht nur in genau diesen Zustand versetzen und ihm das Gefühl von Allgegenwärtigkeit vermitteln. Wenn er sich jedoch auf eine neue Grafiziose einstimmen möchte, hilft ihm Mozart dabei, seine kreativen Schleusen zu öffnen. 

Auch ist es immer wieder spannend, was Musik so alles stimulieren kann. So bin ich über den Film Falco – Der Poet zum Gedichte schreiben gekommen. Ich lege den Wiener Künstler noch immer so manches Mal auf, wenn ich Lyrik texten will, aber nicht in die Gänge komme. Alternativ nehme ich zur künstlerisch-literarischen Stimmungserzeugung auch die schon erwähnte „Musenküsse“-Playlist her. Das ist eine Mischung aus meinen Favoriten vom Rilke- und vom Hesse Projekt gepaart mit diversen klassischen Stücken, beispielsweise aus Mussorgskys Bilder einer Ausstellung.
 
Für die gute Laune hab ich derweil schon zwei Listen. Auf der einen sind so alte 80er wie „It´s My Life“ von Dr. Alban drauf. Auf der anderen Erheiterndes querbeet, beispielsweise moderne Charleston-Musik von Parov Stelar. Und dann hab ich noch eine Genuss-Liste „Zum guten Rotwein“. 
 
Na, konnte ich Sie auf Ideen bringen und in Haben-will-Stimmung versetzen? Das würde mich freuen! Freuen würde mich auch, wenn Sie Ihre musischen Stimmungsbeeinflusser mit uns teilen – einfach gleich hier per Kommentarfunktion. Vielen Dank :-). 
 

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