Samhain: Das Fest von Tod und Neubeginn

Samhain - das Fest von Tod und NeubeginnIn der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November ist ja wieder Halloween. Bei den Kelten hieß das Fest noch Samhain. Für sie war es der Übergang vom alten zum neuen Jahr, Winterbeginn, Erntedank und Totenfest zugleich. Die Menschen hielten inne, ehrten die Verstorbenen und feierten den Beginn des Neuen.

Vielleicht wundern Sie sich, dass ich heute über scheinbar uraltes Brauchtum berichte. Doch ich mag die Jahreskreisfeste, denn sie strukturieren das Jahr gemäß den Zyklen der Natur und symbolisieren Wendepunkte, an denen etwas endet und etwas Neues beginnt. Für mich ist jedes der acht Feste eine wertvolle Zeit der Besinnung und Reflexion, aber auch des ausgelassenen Feierns und der Lebensfreude.

Die Aspekte des Samhainfestes

Samhain bietet Gelegenheit, das bisherige Jahr Revue passieren zu lassen und Resümee zu ziehen. Wir können uns dessen Ernte anschauen und uns bei der Natur, bei anderen und bei uns selbst bedanken. Können realistisch einschätzen, was in den nächsten zwei Monaten noch gelingen kann und was wir sinnvollerweise loslassen. Denn Samhain ist auch das Einstimmen in die dunkle, kalte Jahreshälfte mit kurzen Tagen, weniger Energie und Rückzug. 

Das Fest hat außerdem mit Tod und Abschied zu tun. Wir können liebevoll unserer Ahnen gedenken und sie ehren, was auch die eigene Sterblichkeit in den Fokus rückt: „Memento Mori – Bedenke, dass du sterben musst!“. Es weist uns auf die Vergänglichkeit des Lebens hin und fragt:

Was ist wesentlich?

Und letztlich ist es auch die Feier des Neuen und der Wiedergeburt. Denn wenn jetzt die welken Blätter von den Bäumen fallen, fallen ja zugleich auch die Samen auf die Erde, die den Keim für frisches Leben enthalten. Und wenn wir resümieren und uns fragen, was wirklich wichtig für uns ist, entstehen daraus neue Impulse, die in der besinnlichen, zurückgezogenen Zeit zu Ideen und konkreten Vorhaben heranreifen können.

Wie begehen Sie das Fest?

Haben Sie auch Lust bekommen, Samhain zu feiern? Sie müssen sich dabei ja nicht an traditionelle Abläufe halten, sondern können die Aspekte aufgreifen, die für Sie wichtig und interessant sind, und Ihr ganz eigenes Fest gestalten.

Ich werde mir am frühen Abend des 31. Oktobers Zeit nehmen zu resümieren und mich beispielsweise fragen:

  • Was habe ich dieses Jahr getan und erlebt?
  • Was möchte ich in den verbleibenden zwei Monaten noch tun? Ist das realistisch?
  • Wem bin ich dankbar und wie zeige ich es?
  • Wen oder was möchte ich verabschieden und loslassen? (Das können Freundschaften sein, die zu Ende gegangen sind, aber auch Vorhaben, alte Gewohnheiten, geheilte Wunden…)

Danach gedenke ich all der Menschen, die mir nahestehen, die aber leider nicht mehr auf dieser Erde sind. Ich werde mich an gemeinsame Erlebnisse erinnern und an das, was sie ausmachte und was sie mochten. Und während ich mich an sie erinnere, werde ich ihnen zu Ehren Blumen binden und Kerzen entzünden. Später am Abend feiere ich dann an reichgedeckter und schön dekorierter Tafel mit zwei lieben Zeitgenossen, die mir sehr nahestehen und mir dieses Jahr viel geholfen haben.

Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf: Vielleicht wollen Sie ja nicht schriftlich reflektieren, sondern lieber ein Bild malen. Ihre Ahnen können Sie würdigen, indem Sie sich Fotos von ihnen anschauen oder deren Lieblingsgericht kochen. Damit können Sie dann Ihre Familie überraschen. Oder Sie laden Freunde ein, erzählen sich gegenseitig Geschichten Ihres bisherigen Jahres. Vielleicht lesen Sie sich auch zum Anlass passende Märchen vor, wie zum Beispiel Frau Holle.

Wie auch immer Sie dieses wunderbare Fest begehen werden: Ich wünsche Ihnen viele berührende Momente und Freude.

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