In den magischen Rauhnächten

Der Zauber der RauhnächteDie Zeit der Rauhnächte hat begonnen. Für viele sind dies die Nächte zwischen Heilig Abend und Heilig Drei Könige. Für mich beginnt diese Zeit schon zur Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres und zugleich der Wiedergeburt des Lichts, denn ab dem 21.12. werden die Tage langsam, ganz langsam wieder länger.

Die Rauhnächte haben uralte Tradition. So wie es zu den Daten und Zeiten verschiedene Aussagen gibt, gibt es auch verschiedene Ansichten und Überlieferungen zu den Bräuchen. Fest steht, dass die Rauhnächte für die Menschen schon seit langer Zeit von Bedeutung sind und dass sie in verschiedenen Regionen unterschiedlich begangen wurden. 

Früher glaubte man allerlei Heimeliges und Unheimliches. So räucherte man in diesen Tagen Haus und Ställe und zog sich dann in die warmen Stuben zurück. Man entzündete Kerzen, erzählte sich Märchen und Geschichten und wusch in diesen Tagen keine Wäsche. Überhaupt ruhte die Arbeit weitestgehend. Man blieb auch deshalb in den Häusern, weil man glaubte, dass Gestalten aus der Anderswelt, wie Frau Holle oder Gott Wotan mit ihren Geisterheeren durch die Lande ritten, um die Seelen der Gestorbenen ins Himmelreich zu holen und um die Lebenden zu strafen, die sich nicht an die Gebote der Ordnung und Ruhe hielten.

Beispielsweise in Bayern, Österreich und der Schweiz sind diese Traditionen noch heute sehr lebendig. So tanzen und stampfen in Felle und mit Hörnern verkleidete Männer lautstark durch die Ortschaften, um das Böse zu vertreiben und Mutter Erde wiederzuerwecken. Doch die meisten von uns glauben heute nicht mehr an Geister und Gestalten aus anderen Welten. Vielmehr sind es heute andere ‚Geister‘, wie Hektik, Reizüberflutung oder unbändiger Leistungsdrang, die uns umtreiben und von denen wir uns verfolgen und plagen lassen. Darüber hinaus ist in uns eine tiefe Sehnsucht nach Märchenhaftem, Naturverbundenheit und Ruhe. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Rauhnächte für viele so anziehend sind.

Lassen Sie uns diese Zeit feiern & bewusst begehen

Ich versuche es jedes Jahr so einzurichten, dass ich ab dem 21. Dezember und bis zum 07.01. nicht arbeiten muss. Und wenn doch, dann nur das, worauf ich wirklich Lust habe. Ich ruhe viel, schaue Märchen an und höre Musik. Täglich entzünde ich ein Lichtermeer an Kerzen und schmökere endlich in den Büchern, für die ich mir unterm Jahr keine Zeit genommen habe.

Die Rauhnächte sind darüber hinaus Besinnungstage für mich. Ich lasse das alte Jahr Revue passieren und meine meine Gedanken ins neue Jahr ausschweifen. Dafür nehme ich das noch aktuelle und das Tagebuch für neue Jahr her, schaue mir zunächst an, was ich mir für das hiesige so vorgestellt hatte und was sich verwirklicht oder nicht verwirklicht hat. Dann weihe ich das neue Tagebuch ein und reise mithilfe des Jahreskompasses und des Kalenders gedanklich durch die kommenden Monate. Dabei sehe ich mir an, was in den kommenden 12 Monaten anliegt, was an Aufträgen und Kursen schon feststeht, welche Weiterbildungen, Veranstaltungen oder Ausstellungen ich besuchen möchte oder welche Orte ich vorhabe zu bereisen. Daraus entsteht in mir eine Vision des Neuen. Im neuen Jahr dann reise ich auf Basis dieser Überlegungen zu Beginn jeden Monats tiefer in die kommenden Wochen. Ich mache mir bewusst, was ansteht und was ich will, damit ich auf meinem Kurs bleibe und das verwirkliche, was mir am Herzen liegt. Wenn Sie mitreisen möchten, sind Sie herzlich eingeladen es mithilfe meines Jahreskompass-Kurses ebenfalls so zu tun.

Und nicht zuletzt sind die Rauhnächte für mich eine Zeit des Genusses. Vorgestern war ich im Weihnachtskonzert: Beethovens 1. und 9. Sinfonie; die „Ode an die Freude“ – was für ein Hörerlebnis! Manche Musik ist so schön, dass ich es kaum aushalten kann. Dann bin ich zutiefst berührt und spüre das Leben unglaublich intensiv. Auch genieße ich in dieser Zeit besonders gute Weine und leckere Speisen. Schenke gern und freue mich darüber, dass ich beschenkt werde. Besonders liebe ich die Momente der Stille: wie schön es doch ist, einfach mal NICHTS zu tun. Nur auf der Couch liegen, aus dem Fenster schauen und den Vögeln und Wolken hinterhergucken.

Und so meine lieben Leserinnen und Leser werde ich es bis zum Ende der Rauhnächte im Januar tun. Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Herzlichst, Yvonne Rubin

 

  Ein Kommentar zu “In den magischen Rauhnächten

  1. Elke Kluge
    29. Dezember 2013 at 11:37

    ich fand es auch sehr schön das Weihnachtskonzert mit meiner Familie zu erleben

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