Mein Leben in bunter Ordnung

Gitte Härter`s überaus sehenswerter Beitrag hat mich zur Blogparade: „Kann denn Vielfalt Sünde sein?“ von Dagmar von Consolati gebracht. 

In einer Blogparade ruft ein Blogger andere auf, sich zu einem bestimmten Thema zu äußern. Hier geht es um Selbstständige und ihre Einstellung zu Vielseitigkeit und Vielfalt. – Ein spannendes Thema, das auch mich immer wieder umtreibt!

Und natürlich geht das nicht nur Selbstständige was an, sondern auch jeden Angestellten. Im Grunde ist es fürs ganze Leben interessant.

Spitz oder breit? Bunt oder einfarbig?

Mir hat damals die Ausrichtung meiner Selbstständigkeit heftiges Kopfzerbrechen bereitet. Als studierte Wirtschaftskommunikatorin komme ich aus der „klassischen Marketingschmiede“. Da heißt es fast immer: Spitz ausrichten ist das einzig Wahre. Nur das bringt stabile Qualität, minimiert Aufwand und ermöglicht zielgerichtet-durchschlagendes Marketing – und das macht erfolgreich.

Auch kannte ich das scheinbare Dilemma ‚spitz versus breit‘ aus Unternehmen, für die ich angestellt tätig war, wie beispielsweise Siemens. Können Sie sich noch erinnern, wie viele Geschäftsfelder die vor Jahren hatten? Zwischenzeitlich haben sie ordentlich reduziert und alles Verbleibende in übersichtliche Segmente gepackt. Erfolgreich war das Unternehmen übrigens so oder so!

Aus all dem, was ich kannte und sah, war irgendwie logisch, dass ich mich ebenfalls spitz ausrichten sollte. Das hab ich versucht, doch dabei grummelte es massiv in mir. Ich bin ein neugieriger, vielseitig interessierter Mensch mit buntem Lebenslauf. Mich langweilt schon der Gedanke daran, mich auf nur ein Thema, eine Zielgruppe oder einen Weg festzulegen. Ehrlich gesagt raubt mir das bereits vor dem Loslegen Energie. Daher entschied ich:

Mir ist das zu eng!

Es musste doch mehr als ‚spitz oder breit‘ oder ‚bunt versus einfarbig‘ geben. Also vertiefte ich mich zum einen in das Thema „sinnvolle Geschäftsausrichtung“, zum anderen mal wieder in mich.

Einige Bücher, Coachingstunden und Selbstzurechtrückungen später stand fest: Ich will vielfältig und offen, jedoch mit Klarheit und Ordnung!

Das bedeutete – und bedeutet immer wieder! – eine intensive Auseinandersetzung mit mir selbst und meinem Angebot. Ein spannendes, jedoch nicht bequemes Unterfangen, das Mehraufwand und Risiken mit sich bringt. Aber so will ich es; das ist Leben für mich!

Was die konkrete Geschäftsausrichtung angeht, entschied ich mich zum einen für ein spitz positioniertes Portfolio, dessen Ausdruck Sie auf meiner Unternehmenswebseite sehen können. Zum anderen startete ich dieses Online-Magazin. Letzteres tat ich zunächst, um meiner Schreiblust zu frönen und über die Vielfalt des Lebens zu berichten. Als über „Eigensinn & Lebenslust“ dann, juchhe :-), auch Coaching- und Vortrags-Anfragen kamen, bot ich meine Beratungsleistung auch Privatpersonen an und erweiterte mein Themenrepertoire. So entfaltete sich meine selbstständlerische Vielfalt sozusagen unterwegs, also beim Tun.

Wesenskern erkennen & klares Dach definieren!

Damit Vielfalt nicht Chaos wird, sondern eine nachvollziehbare Linie hat, ist es wichtig, seinen Wesenskern zu erkennen und klare Dachthemen zu definieren.

→ Zum Wesenskern gehört aus meiner Sicht nicht nur das, was man besonders gut kann, sondern auch, woran man Spaß hat und was man unbedingt tun will. Dann kommen Eigensinn und Leidenschaft ins Spiel. Genau das bringt wirkliche Unterschiede und Einzigartigkeit mit sich, und zwar auch dann, wenn die damit verbundenen Tätigkeitsfelder, Produkte oder Jobs austauschbar sind. Und mal ehrlich: Das sind sie zumeist! 

→ Dachthemen sind wichtig, um Vielfalt klar und überzeugend zu kommunizieren. Unter ein bis maximal drei Dächer packt man dann schlüssig und glaubwürdig was man tut und zu bieten hat. Was die Selbstständigkeit betrifft, wird es Vielseitigen sicher nicht immer gelingen, alles unterzubringen. Das sollten sie dann zugunsten der überlebenswichtigen Glaubwürdigkeit auch lieber lassen und sich andere Schauplätze dafür suchen, beispielsweise eine ehrenamtliche oder freizeitliche Tätigkeit.

Für alle unterm Dach aufgehangenen Themen gilt:

    • Auch Vielfalt braucht Fundament, also Know-how und Erfahrung!
    • Sie brauchen eine Position, sprich eigene Meinung, zu all Ihren Themen!
    • Gerade Buntgemischtes braucht Ordnung und ein professionelles Auftreten!

Mich mit meiner Vielfalt und meinen Facetten zu zeigen, führte letztlich dazu, dass ich heute frisch und fröhlich über alles Schreiben kann, was mich umtreibt und dass ich Menschen auf herrlich-spannenden Reisen zu sich und zum eigenen Ausdruck begleite. Damit fühle ich mich wohl und frei und zugleich gut sortiert.

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